Nalgae
Hana Ra sieht Dinge, die andere nicht sehen. In den Linien, die ihre Hand zeichnet, ohne dass ihr Kopf befiehlt. Eine Reise von Seoul nach Frankfurt. Von Schweigen zu Stimme.Die Flügel. Für die, die den Weg nicht kennen, aber trotzdem gehen.
Zwischen den Welten
Hana Ra sieht Dinge, die andere nicht sehen. In den Ecken der Bilder. In den Linien, die ihre Hand zeichnet, ohne dass ihr Kopf befiehlt.
Sie hält es für Erschöpfung. Für Einbildung. Bis die Zeichnungen beginnen, ihr zu antworten.
Eine Reise von Seoul nach Frankfurt. Von Schweigen zu Stimme. Von einem Leben, das passt, zu einem, das gehört.
Über das Buch
Hana Ra ist achtzehn und weiß genau, wie ihr Leben aussehen soll — oder zumindest, wie es aussehen muss. Im Kunstladen ihrer Familie in Insadong bedient sie Kunden, die sie nicht sehen. Zu Hause schläft sie neben einer Wand, hinter der die Mutter schweigt, und einer Großmutter, die manchmal Dinge sagt, die Hana nicht versteht.
Und dann sind da die Zeichnungen.
Sie entstehen in den frühen Morgenstunden, wenn Hana schläft — oder glaubt zu schlafen. Linien, die sich zu Gesichtern formen. Zu Türen. Zu einem Himmel, den sie nie gesehen hat. Sie gehören ihr und gehören ihr nicht.
NALGAE erzählt von einer jungen Frau, die lernt, dass das, was sie für einen Riss hielt, ein Fenster war. Es ist ein Roman über die Stille zwischen Generationen, über das Erbe, das man nicht wählt, und die Stimme, die man trotzdem findet.
Von Seoul nach Frankfurt. Von Angepasstheit zu Erwachsen. Von der Pflicht, unsichtbar zu sein, zur Entscheidung, zu fliegen.
날개 — Flügel.
Nalgae – Musik zum Roman
Golden Scars — Moderner koreanischer Folk & Ambient Pop · Komponiert mit Gemini
길 잃은 Nalgae, 내 조각난 꿈 Maomkoro —
찬란한 빛 속에 새로운 나를 봐 (Golden scars)
내 안의 Resomira 영원히 빛나리 (Ondanima)
I found my Gealjot
Leseprobe: Kapitel 05 — Zu viel Himmel
Der Flughafen riecht nach Plastik und kalter Luft.
Hana steht am Gepäckband und schaut zu, wie die Koffer vorbeikommen. Einer nach dem anderen. Sie kennt keinen davon. Dann ihrer, mit dem orangefarbenen Band, das Seoyoung ihr umgebunden hat. Damit du ihn erkennst, hatte sie gesagt. Als wäre das die einzige Frage.
Hana zieht ihn vom Band. Schaut auf das Schild, das jemand für sie hochhält — ihren Namen, falsch geschrieben. Hana Raa.
Die Frau dahinter ist Mitte dreißig, kurze Haare, eine Jacke, die zu dünn ist für März. Sie lächelt, als ihre Blicke sich treffen.
»Hana? Ich bin Lena.«
Fester Händedruck, kurz. Als hätte sie es geübt.
»Willkommen in Frankfurt.«
✦
Die S-Bahn fährt durch flaches Land.
Hana sitzt am Fenster. Grau, braun, vereinzelte Bäume. Der Himmel ist weit — weiter als in Seoul, wo die Hochhäuser ihn in Stücke schneiden. Hier liegt er einfach da, ohne Unterbrechung, von einem Horizont zum anderen.
Zu viel davon.
Im Glas spiegelt sich ihr Gesicht, überlagert von der Landschaft dahinter. Sie kann nicht sagen, was vorne ist und was hinten.
✦
Die Wohnung liegt im dritten Stock, kein Aufzug.
Das Zimmer ist klein. Bett, Schreibtisch, ein Fenster auf den Hinterhof. An der Wand eine Delle, als hätte jemand dort einmal etwas aufgehängt und wieder abgenommen.
»Nicht groß«, sagt Lena. »Aber ruhig.«
»Gut«, sagt Hana.
Lena lässt sie allein.
Hana setzt sich auf das Bett. Die Matratze ist härter als ihre zu Hause. Das Licht kommt von der falschen Seite.
Sie legt die Hand auf ihr Herz.
Da-da...da.
Dasselbe. Nur der Raum drum herum ist anders.
— Leseprobe endet hier —
Teil der Zereya Saga im Baumeister Universe.