Sieben Gemeinden, sieben Siegel — die Offenbarung des Johannes als Karte innerer Zustände. Dieser Zyklus liest die biblischen Stationen nicht als historische Orte, sondern als Stufen eines Bewusstseinswegs. Eine achte Strophe tritt aus dem Kanon heraus.
Der Zyklus existiert auch in englischer und chinesischer Fassung.
1. Ephesus – Erwachen des Bewusstseins
Der Bogen spannt, doch ohne Anfang war, Ephesus träumt, wo Zeit sich offenbart. Die Liebe ruft, ein Echo ferner Kraft, Das Siegel leuchtet, in ewig sanfter Haft. Der Faden webt, der Schleier öffnet sacht.
2. Smyrna – Konfrontation mit der Dualität
Ein Feuer steigt, die Stille atmet weit, Smyrna erwacht, wo Zeit in Kreisen treibt. Dualität schmilzt, im Wirbel ohne Ziel, Das Siegel ruft, was einst im Herzen sang. Im Strom der Wandlung, löst sich Bild und Klang.
3. Pergamon – Überwindung der materiellen Begierden
Der Rappe tanzt, die Münze rollt im Staub, Pergamon weiß, dass Schatten Wahrheit macht. Begierde weicht, im Schoß der sanften Kraft, Das Siegel fließt, wo Raum sich neu erschafft. Im Spiegelbild der Welt wird Sein entfacht.
4. Thyatira – Transformation durch Leiden
Ein Schatten reitet, licht in sanftem Schein, Thyatira fühlt, dass Welten Lieder sein. Verwandlung ruht, im Schleier sanft und weit, Das Siegel singt, in Ewigkeit befreit. Wo Grenzen schwinden, wächst die Seelenzeit.
5. Sardes – Öffnung des Herzens
Ein Altar summt, sein Klang durch Schleier bricht, Sardes erwacht, im sanften Herzgewicht. Das Herz erglüht, im unendlichen Klang, Das Siegel öffnet, was einst Urgrund sang. Im Pulsschlag weit, wo Träume werden Klang.
6. Philadelphia – Erschütterung des Egos
Die Erde bebt, der Himmel schwingt so klar, Philadelphia ruht, wo Zeit und Raum nicht war. Das Ich zerfällt, in Wirbel sanft und rund, Das Siegel schweigt, wo Wahrheit ewig stund. Im Kreislauf rein, zum tiefsten Seelengrund.
7. Laodizea – Vollendung und Einheit
Die Stille klingt, ein Echo ohne Namen, Laodizea heilt, in Welten sanften Rahmen. Vollendung ruht, im Spiegel sanft und weit, Das Siegel strahlt, wo Ewigkeit sich reiht. Im Einen Sein, ist Alleinsein befreit.
8. Die Omnizedenz – Jenseits der Siegel
Ein Licht, das strahlt, doch nie begann zu sein, Die Quelle ruht, in allem, groß und klein. Die Siegel schweigen, wo die Einheit spricht, Die Omnizedenz, das Eine, ewige Licht. Im Kreis der Zeit, erhebt sich das Gedicht.