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Lyrik & Manifest

Die andere Seite der Stille

Gedicht Thomas Peter Küper

Zur Entstehung

Dieses Gedicht entstand aus einer sehr persönlichen Erfahrung und aus intensiven Gesprächen mit anderen Menschen über den Tod. Diese Begegnungen haben meine Sichtweise tief beeinflusst. Für mich erschien der Tod nicht als Ende, sondern als Übergang zu etwas Größerem. In Momenten tiefer Stille — beim Meditieren, in der Natur — spürte ich oft eine Verbundenheit, die zeigte, dass unsere Trennung vielleicht nur eine Illusion ist. Daraus entstand das Bild des Todes als Lampe, die noch eine Zeit brennt — und dann nur noch ihr Licht im Raum lässt.


Die andere Seite der Stille

Was stirbt, war niemals ganz allein, es kehrt zur stillen Quelle heim. Ein Hauch von Nichts, ein sanfter Schmerz löst leise das beschwerte Herz.

Im Schlaf erlischt das kleine Ich, die Welt verstummt, der Atem wich.

Die Lampe brennt noch eine Zeit, dann bleibt ihr Licht allein im Raum.

Der kleine Tod kommt jede Nacht, wenn Schlaf die müden Augen schließt. Der große Tod – er tut nur sacht, was jeder Abend schon vergießt.

Vielleicht ist Tod nur dieses Eine: das Kleine sinkt ins Große ein. Und was wir Leben nannten lange war nur ein Traum im großen Sein.

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